Nachhaltig bis in die letzte Faser – Was mit recyceltem Holz möglich ist
- Fabian Simons

- 30. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 7. Mai
Veröffentlicht am 30.04.2026 von Fabian Simons, Projektmanager bei der abfallboerse schweiz.ch AG
Altholz ist wertlos? Von wegen! In diesem Blogbeitrag informieren wir Sie darüber, welche wertvollen Stoffe in Holzresten stecken und wie sie zurück in den Recyclingkreislauf geführt werden können.
Bäume sind, dies verdeutlicht jeder ausgedehnte Waldspaziergang, wichtig für alle Lebewesen und sorgen für frische Luft. Das Holz (als Hauptbestandteil von Bäumen) ist ein natürliches Material aus Zellulosefasern. Es ist fest, hat eine attraktive Optik und ist sehr vielseitig. Die verschiedenen Arten von Holz unterscheiden sich in ihrer Härte, Farbe sowie Maserung und sind für unterschiedliche Zwecke geeignet. Holz wird in verschiedenen Bereichen wie etwa im Bauwesen oder bei der Herstellung von Werkzeugen (z.B. für Griffe) verwendet.
Bereits verwendetes Holz, das als Abfall zur Entsorgung bereitsteht oder als Sekundärrohstoff recycliert werden soll, bezeichnet man als «Altholz». Es lassen sich unterschiedliche Arten von Holzabfällen unterscheiden:
naturbelassenes oder unbehandeltes Holz
Restholz (z.B. aus Schreinereibetrieben)
beschichtetes Holz von Möbeln oder Verpackungen
problematische Holzabfälle (z.B. mit Schadstoffen belastete Holzabfälle)
Altholz kann meistens auf kurzem Wege in den Recyclingkreislauf zurückgeführt und wiederverwertet werden. Hierfür ist eine korrekte Entsorgung allerdings die wichtigste Voraussetzung. Unter Holzrecycling versteht man das Sammeln und Verarbeiten von Altholz zu neuen Produkten. Dies kann durch Zerkleinern zu Hackschnitzeln, Verarbeiten zu Spanplatten oder das Herstellen von recyceltem Zellstoff für Papierprodukte geschehen.

Für diese «stoffliche Verwertung» sind allerdings nur unbehandelte bis wenig behandelte Hölzer geeignet. Andere Arten von Altholz (z.B. mit Holzschutzmittel behandeltes) sind für das Recycling zu schadstoffbelastet und demnach nur noch thermisch verwertbar.
Nur knapp 8 % des Holzes, das in der Schweiz als Abfall anfällt, wird wiederverwertet (www.admin.ch). Im Vergleich zu den Abfallfraktionen Papier (70 %) und Glas (90 %) ist diese Zahl vergleichsweise gering. Ein Grund für die geringe Recyclingquote ist, dass ein grosser Teil des aufbereiteten oder recyclebaren Holzes in die Nachbarländer zur stofflichen Verwertung exportiert wird. Gleichzeitig wird in der Schweiz ein grosser Anteil thermisch verwertet. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass viele Holzabfälle behandelt oder mit Lacken, Klebstoffen und anderen Schadstoffen belastet sind und sich deshalb nur eingeschränkt für das Recycling eignen (vgl. hierzu etwa BAFU 2023). Zudem existieren in der Schweiz bisher nur einzelne Unternehmen und zu wenig flächendeckende Infrastruktur, um das Altholz zu sortieren sowie als Material wiederzuverwerten.
Für ein Recycling von Holz sprechen allerdings mehrere Nutzenargumente: Zunächst verringert sich durch Recycling der Bedarf an neuem Holz, was dazu führt, dass die natürlichen Wälder geschützt werden. Weiterhin benötigt das Holzrecycling weniger Energie als die Neuproduktion von Holzprodukten. Schliesslich entstehen beim Recycling weniger Abfälle und Emissionen als bei einem Verbrennungsprozess.

Ein Zukunftsthema wird die Herstellung von Arzneimitteln aus Holzresten sein: Im Holz steckt ein Stoff, der als «Lignin» bezeichnet wird. Es enthält genau die Bausteine, welche die Pharmaindustrie für Medikamente benötigt. Derzeit untersucht eine Forschungsgruppe der Universität Graz, wie sich Lignin aus heimischer Biomasse in wertvolle chemische Bausteine umwandeln lässt. Für diese Prozesse müssen, das ist der grosse Vorteil, keine zusätzlichen Bäume gefällt werden.
Sie überlegen sich, wie Sie Ihr Altholz in einen sinnvollen Kreislauf bringen können? Dann kontaktieren sie uns unverbindlich.
Quellen
